Nils erklĂ€rt: Über Schwalben gibt’s Geschichten 

Kennt ihr das Sprichwort „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“? Es geht auf eine Fabel des antiken griechischen Dichters Äsop zurĂŒck und handelt von einem Mann, der eine aus Afrika zurĂŒckgekehrte Schwalbe erblickt. Diese Zugvögel kommen zum BrĂŒten zu uns, wenn der Sommer naht. Der Mann aus Äsops Fabel sieht die Schwalbe und verkauft seinen Mantel. Denn er glaubt, dass es nun warm wird. Doch Vogel und Mann haben sich geirrt: Es bleibt kalt. Die zu frĂŒh heimgekehrte Schwalbe erfriert, und der Mann hat keinen wĂ€rmenden Mantel mehr. Was uns das Sprichwort sagen will: Ein einzelnes Anzeichen muss noch lange nicht bedeuten, dass sich etwas wirklich Ă€ndert. Eine andere alte Geschichte begrĂŒndet auf recht mĂ€rchenhafte Weise, weshalb die Schwalbe auf Nahrungssuche manchmal dicht ĂŒber dem Wasser fliegt. Die Geschichte erzĂ€hlt von einem habgierigen Mann, dessen SchĂ€tze mit einem Schiff untergegangen waren. Das konnte der Geizhals nicht ertragen. Er verwandelte sich in eine Schwalbe und flatterte fortan ĂŒber dem Wasser, um seine SchĂ€tze wiederzufinden. In Wirklichkeit fliegen Schwalben tief, wenn das Wetter schlecht wird. Denn dann fliegt auch ihre Nahrung – die Insekten – niedrig. Umgekehrt steigt bei sonnigen Hochdruckwetterlagen mehr warme Luft auf. Und die Insekten werden mit ihr in grĂ¶ĂŸere Höhen getragen, wo sie den Schwalben direkt in die SchnĂ€bel fliegen. |ous

Kriselnder BVB schreibt Geschichte: Weltpokal-Triumph von Borussia Dortmund im Jahr 1997 

Am 2. Dezember 1997 schrieb Borussia Dortmund Geschichte: Erstmals in seiner Vereinshistorie gewann der BVB den Weltpokal. Gegner im Finale von Tokio war der brasilianische Verein Cruzeiro Belo Horizonte. Das Spiel kam fĂŒr die Schwarz-Gelben zur Unzeit. Nach zwei Meisterschaften in Folge und dem Champions-League-Coup gegen Juventus Turin waren die Dortmunder eigentlich erfolgsverwöhnt. Doch die Saison 19971998 stand unter keinem guten Stern. Der Italiener Nevio Scala als Trainer funktionierte beim Revierklub nicht. Mit seinem VorgĂ€nger Ottmar Hitzfeld, anschließend Sportdirektor der Borussia, gab es immer wieder Reibereien. Auch die Mannschaft zerfiel mehr und mehr in einzelne GrĂŒppchen und untergrub die AutoritĂ€t Scalas. Diese Unruheherde schlugen sich auf die Ergebnisse nieder: Zum Weltpokal-Finale reiste der BVB als Tabellenelfter der Bundesliga. Weltpokal nicht lukrativ fĂŒr den BVB Und damit nicht genug: Cruzeiro war fĂŒr seine raue Gangart bekannt. Auf den Champions-League-Sieger von 1997 wartete in Japan also ein harter Kampf. Zudem war der Weltpokal finanziell keine Offenbarung. "Es kann doch nicht sein, dass wir fĂŒr so eine Begegnung lediglich 500.000 DM erhalten", beschwerte sich BVB-Manager Michael Meier. Auch die TV-Übertragung spĂŒlte nicht gerade Unsummen in die Kassen der Borussia. Das Spiel fand an einem Dienstagmittag deutscher Zeit statt. Die meisten potenziellen Zuschauer waren auf der Arbeit statt vor dem Fernseher. Auch die BVB-Profis mussten vom Sinn der weiten und Ă€ußerst komplizierten Anreise erst ĂŒberzeugt werden. "Vorher fand ich dieses Spiel eher lĂ€stig, doch nachdem der PrĂ€sident uns erlĂ€utert hat, wir können quasi Weltmeister der Vereinsmannschaften werden, sehe ich die Angelegenheit etwas anders", erklĂ€rte StĂŒrmer Heiko Herrlich. BVB zur richtigen Zeit in Form Cruzeiro fuhr dagegen mit voller Begeisterung nach Tokio. Die Brasilianer hatten extra fĂŒr das Finale drei NeuzugĂ€nge verpflichtet. Einer von ihnen war Bebeto, seines Zeichens Weltmeister von 1994. Bei eisigen Temperaturen im japanischen Winter prĂŒften der technisch starke MittelstĂŒrmer und seine Mitspieler Stefan Klos im Tor der Borussen gleich zu Spielbeginn mehrfach. Doch der Keeper behielt in allen Duellen die Oberhand. Auch die Dortmunder fanden gut in die Partie und gingen durch einen Abstauber von Michael Zorc in FĂŒhrung. Wenige Minuten vor Schluss setzte Herrlich nach einer schönen Flanke von Paulo Sousa den Deckel drauf. Nevio Scala "stolz" auf das BVB-Team Nach dem Sieg war die Freude bei den Dortmundern riesig. "Mein Team hat mit Begeisterung, Herz und Seele gespielt. Ich bin stolz auf meine Spieler", freute sich Scala. In der Euphorie ging der italienische Coach sogar noch weiter: "Wir sind die beste Mannschaft der Welt!" Dass das nicht ganz stimmte, zeigte der nĂ€chste Bundesliga-Spieltag. Bei der 2:4-Pleite beim Tabellenletzten aus Köln landete der BVB sehr unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Nach einer enttĂ€uschenden Saison, in der die Borussen die internationalen PlĂ€tze verpassten, musste Scala trotz des historischen Triumphs von Tokio schließlich die Koffer packen. Tom KĂŒhner

Das Busserl und viele andere Geschichten 

; Cham.Ja, da sitzt sie – und ist stolz wie Oskar. In ihrer kleinen Wohnung bei Altenstadt hat sie von ihrem Balkon aus einen herrlichen Blick auf die Straße, auf der sie tĂ€glich die Menschen beobachtet. Beobachten – das hat sie schon ihr Leben lang gemacht. Und seit geraumer Zeit bringt sie ihre Beobachtungen und Erinnerungen fĂŒr das Bayerwald-Echo zu Papier. Jetzt hat Biruta Schönberger ihr erstes, gebundenes Buch herausgebracht. Unsere Leser kennen sie als launige Kolumnistin: In ihrer Reihe „Chamer Geschichten“ nimmt Schönberger das Geschehen in ihrer Heimatstadt aufs Korn, blickt aber auch immer wieder unterhaltsam und humorvoll auf vergangene Ereignisse zurĂŒck. Das Ganze garniert sie mit selbstgemalten Bildern. Biergarten und Biertor Die Frau ist gerade 85 Jahre geworden, modern und jung in ihrer Denke und hat sich auch von einem Oberschenkelbruch vor wenigen Wochen nicht unterkriegen lassen. An die 150 Kolumnen hat sie in den vergangenen Jahren fĂŒr das Bayerwald-Echo geschrieben. Jetzt erschienen sie als Buch. In einer Auflage von 100 StĂŒck zeigt die Titelseite des Buches einen Chamer Biergarten und auf der letzten Seite das Chamer Biertor.  Zu den Geschichten hat Schönberger lustige, aber auch mal ernste Illustrationen gezeichnet. Die Seniorin erzĂ€hlt, dass sie immer wieder auf der Straße angesprochen wurde, ob es denn kein Buch gebe, in dem all ihre Kolumnen zu finden seien. So beschloss Schönberger irgendwann, genau dieses Buch mit ihren Geschichten erscheinen zu lassen. Ein Cousin war ihr dabei eine sehr große Hilfe. „Auf das Busserl, nein, da war ich wahrlich nicht scharf darauf.“ Biruta Schönberger Seit 1946 schreibt die 85-JĂ€hrige immer wieder Geschichten zusammen, die sie erlebt hat. Und da beginnt sie auch gleich zu erzĂ€hlen. Eine ihrer Lieblingsgeschichten ist die, als sie die Veteranen fragten, ob sie zu ihrem Fest die Fahnenmutter machen könnte. „Da kamen die alten MĂ€nner an die HaustĂŒr und sĂ€uselten mir so daher. Der eine meinte dann, dass ich von ihm auch ein Busserl kriegen wĂŒrde, wenn ich das Ehrenamt annehme“, erzĂ€hlt sie und muss herzlich lachen. „Des is’ koane“ „Auf das Busserl, nein, da war ich wahrlich nicht scharf darauf“, ergĂ€nzt sie. Als die Bittsteller das Haus verließen, hörte Schönberger noch, wie sie sagten „Des is’ koane und des wird a koane“. Diese und viele viele andere Geschichten zum Schmunzeln, Nachdenken, aber auch zum Lachen findet der Leser in dem gebundenen Buch. Da Biruta Schönberger ihre RĂ€ume des SchĂ€tzchenmarktes in der Johann-Brunner-Straße 2 demnĂ€chst auflösen wird, kann das Buch ĂŒber den Internetshop .schaetzchenmarktm bezogen werden – zu einem Preis von 22 Euro. Wer jedoch das Persönliche liebt, darf auch gerne bei Biruta Schönberger unter der Nummer 0 99 71 2 03 42, anrufen. Die freundliche Dame wird es gerne per Post versenden oder einen Termin zur Abholung vereinbaren. Weitere Themen aus Cham lesen Sie hier 

Das letzte Kapitel der Geschichte von Basels grösster Buchhandlung ist zu Ende 

FĂŒr die einen heisst er immer noch JĂ€ggi. FĂŒr die anderen Thalia und fĂŒr die, die mit der Zeit gingen, zumindest fĂŒr kurze Zeit Orell FĂŒssli: Der ehemals grösste Buchladen von Basel mit zwei EingĂ€ngen an der Falknerstrasse, einem an der Freien Strasse und einen am PfluggĂ€sslein. Seit dem Umzug von Orell FĂŒssli in den ehemaligen Schuhladen von Voegele in der Freien ist die aus ursprĂŒnglich drei GebĂ€uden zusammengesetzte, riesige LadenflĂ€che leer – und dieser Tage endgĂŒltig Geschichte. Denn der gesamte Laden wird derzeit komplett zurĂŒckgebaut, zurĂŒck in drei einzelne HĂ€user. Somit gibt es neu zwei LĂ€den an der Falknerstrasse und einen an der Freien Strasse. Auch der Durchbruch zwischen den GebĂ€uden existiert nicht mehr. Mega-LĂ€den sind nicht mehr gefragt Damit sind die EigentĂŒmer der HĂ€user, zwei auswĂ€rtige Immobilienfirmen und eine aus Birsfelden, den Zeichen der Zeit gefolgt: Mega-LĂ€den sind nicht mehr gefragt, je kleiner die LadenflĂ€che, desto einfacher sind sie zu vermieten. Damit vermehrt sich auch gleich die Anzahl LĂ€den in der Innenstadt: Aus einem grossen können drei kleinere GeschĂ€fte werden. An der Falknerstrasse, wo einst der Eingang zur Papeterie-Abteilung war, ist bereits die Skater- und Boarder-Ladenkette «Blue Tomato» eingezogen. An der Freien Strasse wird derzeit noch gebaut. Und die grösste verbliebene LadenflĂ€che, im Haus mit der ausladenden Glasfassade an der Falknerstrasse, ist bereits zur Vermietung ausgeschrieben. Vermittelt werden die FlĂ€chen nicht von lokalen Firmen, sondern von grossen ZĂŒrcher Liegenschaftsspezialisten im Retail-Bereich. FĂŒr die Freie Strasse ist die H&B Real Estate zustĂ€ndig, fĂŒr die verbliebene Liegenschaft an der Falknerstrasse die Firma CBRE, ein Platzhirsch der Szene. Patrica Kunz, die dort fĂŒr die Vermittlung der LadenflĂ€che an der Falknerstrasse 11 zustĂ€ndig ist, bestĂ€tigt gegenĂŒber der bz, dass die Suche nach einem Mieter nach wie vor lĂ€uft. Möglichst ebenerdig und eingeschossig Obwohl die FlĂ€che mit 1250 Quadratmetern immer noch verhĂ€ltnismĂ€ssig gross ist, mangle es nicht an Interessenten. Einige Bewerber hĂ€tten aber immer noch den alten Buchladen-Grundriss vor Augen, sagt sie. Doch die musste sie enttĂ€uschen: «Der interne Durchgang zum GebĂ€ude an der Freie Strasse 32 wurde geschlossen.» Einen direkten Zugang zur Freien Strasse hat die VerkaufsflĂ€che im Erdgeschoss aber weiterhin: Durch die Passage, die zum GebĂ€ude gehört. Wer die Nachfolge im prominentesten Teil des ehemaligen Buchladens antritt, könne sie noch nicht sagen. Das Verfahren lĂ€uft noch. Auch Kunz beobachtet den Trend hin zu kleiner werdenden Innenstadt-GeschĂ€ftsflĂ€chen: «Viele Kunden suchen derzeit nach möglichst ebenerdigen, eingeschossigen FlĂ€chen», sagt sie. In Basel wurde das bereits spĂŒrbar, nachdem Coop angekĂŒndigt hatte, die XXL-Interdiscount-Filiale am Marktplatz zu schliessen. Interdiscount wird eine kleinere LadenflĂ€che beziehen. Die Kunden definieren das Angebot Die GrĂŒnde sind vor allem auf ein neues Einkaufsverhalten der Kunden zurĂŒckzufĂŒhren: Viele Betriebe unterhalten mittlerweile auch Online-Shops, bestellt wird zunehmend gĂŒnstig im Internet, der Laden dient fĂŒr viele Bereiche des Detailhandels noch als Ausstellungsraum. Kunz, die auch an der jĂ€hrlichen Studie «Retail Switzerland 1819» von CBRE beteiligt ist, bestĂ€tigt damit, was der Basler Verein Pro Innerstadt ebenfalls als Trend feststellt.Dennoch bleibe der Mix in einer Einkaufszone wie der Innenstadt entscheidend. Damit relativiert Kunz auch den Begriff des «LĂ€delisterbens»: Die Anzahl an LĂ€den mĂŒsse insgesamt nicht unbedingt weniger werden, wenn sich allein das Angebot Ă€ndere. DafĂŒr ist der ehemalige Buchladen bereits heute schon exemplarisch, wie der fertig umgebaute Teil zeigt: Klamotten statt bedrucktes Papier. Gelesen wird deshalb nicht weniger, nur gekauft wird anderswo. Oder wie es Kunz formuliert: «Wir alle sind Kunden und definieren damit Angebot und Nachfrage.» So direkt, dass vom einst berĂŒhmtesten Buchladen Basels nur noch Erinnerungen bleiben – und zumindest vorerst noch eine Glasfassade, hinter der bald anderes angepriesen wird.

Lehrpfade durch die Geschichte 

Fachleute fĂŒhren zu 50 Erlebnisorten der ArchĂ€ologie in Baden – von der Steinzeit bis zum Barock. ArchĂ€ologie ist nichts fĂŒr Stubenhocker, sondern fĂŒr Menschen, die gern ins Freie gehen: Dies beweist das reich bebilderte Buch, das sich der Förderkreis ArchĂ€ologie in Baden selbst zu seinem 50-jĂ€hrigen Bestehen zum Geschenk gemacht hat. Denn die 50 "Erlebnisorte", die die Herausgeberin, die Freiburger ArchĂ€ologin Gabriele Seitz, ausgewĂ€hlt hat und die 40 Fachleute hier beschreiben, fordern auf, sich die PlĂ€tze der Ausgrabungen auch draußen in der Landschaft anzuschauen.Selbst wenn man mitunter ĂŒberirdisch wenig von ihnen sieht, so gibt es doch in der Regel an Ort und Stelle ErlĂ€uterungstafeln oder gar regelrechte Lehrpfade, die durch die Geologie ebenso fĂŒhren wie durch die Geschichte – das beste Beispiel dafĂŒr ist der Limberg bei Sasbach am Rhein, der als ehemaliger Vulkan nicht nur fĂŒr Gesteinsliebhaber interessant ist, sondern auf seinem RĂŒcken Spuren einer bis in die Jungsteinzeit zurĂŒckreichenden Besiedlung trĂ€gt. Die hier gefundenen Ă€ltesten Relikte stammen aus der Michelsberger Kultur, die ihren Namen von einem anderen badischen Fundort erhalten hat, dem Michaelsberg bei Bruchsal, der selbstverstĂ€ndlich ebenfalls in diesem Buch berĂŒcksichtigt und beschrieben ist: eine Kultur, deren Wallbauten immer noch RĂ€tsel aufwerfen. So kann man, den ArchĂ€ologen folgend, kreuz und quer durch Baden reisen – und zugleich durch die Geschichte. Also vom Main bis zum Hochrhein, vom Rhein bis auf die Baar, aber auch vom Homo Heidelbergensis, einem Ur-Vorfahren des Homo Sapiens, bis zu den vom Odenwald bis zu den im Stadtbild heute noch ablesbaren Eingriffen der barocken Befestigung Vaubans in Freiburg. Ein deutlicher Schwerpunkt liegt auf dem SĂŒdlichen Oberrhein, aber zeitlich auch auf der römischen Herrschaft, sei es nun in den Bauten des Limes, der BĂ€der oder Gutshöfe, deren Grundmauern ĂŒberall im Land freigelegt worden sind. Die BeitrĂ€ge berichten aber auch ĂŒber mittelalterliche Burgen, etwa die ZĂ€hringer Burg nördlich von Freiburg oder die Birchiburg bei St. Ulrich im Schwarzwald, die inmitten eines Bergbaureviers stand. Gelegentlich mĂŒssen die Menschen, die sich die FundstĂ€tten erwandern wollen, auch einige Vorstellungskraft mitbringen – etwa wenn es um hallstattzeitliche GrĂ€ber geht Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen oder um die Landschaftsspuren von Tarodunum, der keltischen Stadt bei Kirchzarten. Die BeitrĂ€ge zu diesen Fundorten sind unterschiedlich detailliert – beim Petersfels nahe Engen, wo altsteinzeitliche Artefakte gefunden worden sind, vermisst man etwa den Hinweis, dass einiges davon im ArchĂ€ologischen Museum im Freiburger Colombi-Schlössle zu sehen ist. Sonst aber bietet der Anhang sehr genaue Informationen zur Literatur und den Öffnungszeiten bis hin zu den Geodaten der FundplĂ€tze, so dass auch im Wald versteckte frĂŒhgeschichtliche WĂ€lle und GrĂ€ben nicht zu verfehlen sein dĂŒrften. Und in der Regel nennen die Autorinnen und Autoren auch, wo man anschauen kann, was die ArchĂ€ologen jeweils im Boden entdeckt haben – gleich an Ort und Stelle oder in einem der grĂ¶ĂŸeren Museen. Gabriele Seitz Hg.: ArchĂ€ologische Erlebnisorte zwischen Odenwald und Bodensee. Förderkreis ArchĂ€ologie in Baden. Eigenverlag. 238 Seiten, 26,90 Euro ISBN 978-3-00-059218-8.

Ein Italiener stellt auf Mallorca Keramik mit Geschichte her 

Roberto Paparkone 46 verkauft Geschichten. Nicht als Journalist oder Buchautor, sondern als Designer und Töpfer in seiner Galerie im Hinterhof der Carrer de Sant Feliu, die er vor vier Monaten eröffnet hat. Wer zu Besuch kommt, kann Teller, Vasen und KrĂŒge in die Hand nehmen und erfĂ€hrt etwas ĂŒber ihre Entstehung. „Wenn du eine stumme SchĂŒssel kaufen willst, gehst du zu Ikea", sagt Paparkone, „möchtest du Objekte mit Seele, holst du dir handgemachte Dinge in dein Heim." Etwa das mehrteilige SchĂ€lchen-Set in Cremeweiß fĂŒr Oliven, Salz, Soßen, NĂŒsse. Die unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen und Formen ergeben sich durch Steine, die Roberto in Port ­Andratx gefunden hat. Er legt den Ton um den Stein herum, formt den Rand und brennt die SchĂŒsseln anschließend im Ofen. Oder die zweiteiligen Vasen in geometrischen Formen, und behandelt sie mit einem doppelten Farbbad ab 70 Euro. Die Basisfarbe ist dabei eine Kombination aus Eierschale und rohem Ton, innen schimmert ein Kobaltblau. Dreht man den oberen Teil der Vase um, wird aus der großen eine kleinere Form, passend, um ein einzelnes Blatt zu dekorieren. FĂŒr die Geschirr-­serie Babette Teller-Paar 45 Euro ließ sich Paparkone von dem dĂ€nischen Film „Babettes Fest" inspirieren, wo es um Tischkunst geht und um den Genuss einer guten Mahlzeit in Gesellschaft. Auch Robertos eigene Geschichte klingt interessant. Geboren im sĂŒditalienischen Neapel, studierte er Architektur in Neapel, Delft und Bilbao. Als sein erster Auftrag als Architekt in Neapel nicht bezahlt wurde, ĂŒberlegte er nicht lange und verließ die Heimatstadt. Er ging nach Mailand „super Stadt, aber man sieht das Meer nicht" und lebte anschließend 18 Jahre in Barcelona „Ende der 90er-Jahre die wichtigste Stadt in Europa fĂŒr moderne Architektur und Design", wo er als Architekt und Innendesigner arbeitete. Da sich Barcelona im Laufe der Jahre immer stĂ€rker auf den Massentourismus konzentrierte, suchte er eine Alternative und fand sie auf Mallorca. Hier kann der Designer wie frĂŒher in Barcelona seine eigene Welt kreieren, das Meer liegt direkt vor der HaustĂŒr und die Fluganbindung ist ebenfalls top. Aktuell entwirft er fĂŒr das neue Riu Hotel in Madrid die Innenausstattung, auf Mallorca arbeitet er mit dem Design-BĂŒro ADG zusammen, fĂŒr das Restaurant Ca na Toneta in Caimari entwarf er Tischvasen und einen Brotteller und mit einem neuen Hotel in der Nachbarschaft von Sant Feliu arbeitet er derzeit an ein neues Outfit fĂŒr die Bad-Kosmetik-Linie. DafĂŒr kommt seine Töpferarbeit wieder ins Spiel, sie nimmt inzwischen fĂŒnfzig Prozent seiner Zeit und Gedanken ein. Um seinen ­verschiedenen Ideen Ausdruck in der Keramik zu geben, sucht er sich immer wieder neue Lehrmeister. Seine erste Lehrerin in Barcelona war eine japanische Töpferin. In ihren Workshops lernte er beispielsweise eine aufgebrochene OberflĂ€che herzustellen, die an poröses Mondgestein erinnert. Auch seine Becherserie StĂŒck ab 14 Euro mit einer einzigen geraden Linie als Dekoration ist asiatisch inspiriert. „Die Idee begann mit dieser blauen von Hand gezeichneten Linie", erzĂ€hlt Roberto Paparkone. Die Tassen sollten verschiedene GrĂ¶ĂŸen haben fĂŒr Tee, Espresso und Cappuccino, ineinander stapelbar sein und dabei immer noch hĂŒbsch aussehen. Auf Mallorca besuchte er einige Kurse bei Joan Pere CatalĂ  Roig, einem bekannten Keramiker aus PortĂČl, der aus einer alten Töpferfamilie stammt und einen japanischen Brennofen besitzt. Aktuell experimentiert Paparkone mit farbigem Ton, einem roten aus Valencia und einem schwarzen aus Lanzarote, der den Effekt von geröstetem ­Kaffee oder Schokolade hat. SpĂ€ter möchte ­er in seiner Werkstatt in AlarĂł auch eigene Erdfarben mischen. Damit der rohe gebrannte Ton wirken kann, lĂ€sst der Designer eine ­HĂ€lfte der Vasen, KrĂŒge und Teller unlackiert, die andere HĂ€lfte erhĂ€lt eine unauffĂ€llige ­Lasur in Ă€hnlicher Farbe. Die Keramik sollte raus aus der Hobby-Ecke und wieder zu einem GeschĂ€ft werden, das ist Roberto Paparkone ein großes Anliegen. So selbstverstĂ€ndlich wie man zum Friseur geht, um sich die Haare schneiden zu lassen, geht man zum Töpfer und kauft dort seine Teller. „Auf diese Weise unterstĂŒtzt man den lokalen Markt und erwirbt tatsĂ€chlich etwas Lokales", sagt der Designer, „statt einen Teller zu kaufen, der zwar mit mallorquinischem Zungenmuster bedruckt ist, aber in China hergestellt wird." Sein Wunsch ist ein Zentrum fĂŒr Keramik in Palma zu eröffnen, eine Ideenfabrik, wo Kurse stattfinden und sich Töpfer treffen und austauschen. Seine Devise: Wenn du etwas vor Ort nicht findest, musst du es selbst veranstalten. Klar, dass er die ­passende Geschichte fĂŒr das Zentrum bereits im Kopf hat. Jetzt muss sie nur noch an den richtigen Stellen erzĂ€hlt werden. ";document.getElementByIde.innerHTML=d} }

Geschichte: NazijÀger-Stelle in Ludwigsburg feiert 60-jÀhriges Bestehen 

Inhalt bereitgestellt von Geschichte: NazijĂ€ger-Stelle in Ludwigsburg feiert 60-jĂ€hriges Bestehen Montag, 03.12.2018, 01:59 Vor 60 Jahren nahmen die NazijĂ€ger der Zentralstelle von Ludwigsburg ihre Arbeit auf - heute soll das mit einem Festakt im Ludwigsburger Schloss gefeiert werden. Justizminister Guido Wolf CDU und Gerald Maier, PrĂ€sident des Landesarchivs Baden-WĂŒrttemberg, wollen zu dem Anlass Reden halten. Am 1. Dezember 1958 nahm die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur AufklĂ€rung nationalsozialistischer Verbrechen ihre Arbeit auf. Auch mehr als 70 Jahre nach Kriegsende sammelt sie weltweit Beweismaterial zu NS-Morden, um Strafverfahren gegen die Beteiligten vorzubereiten. Nach wie vor gibt sie rund 30 Verfahren an die zustĂ€ndigen Staatsanwaltschaften etwa am Wohnort des VerdĂ€chtigen ab, wie Behördenchef Jens Rommel der Deutschen Presse-Agentur sagte. 
Geschichte des Landhauses von Carl Huffmann in Cottbus 

Cottbus. Stadthistorikerin Dora Liersch erzĂ€hlt die Geschichte des Landhauses von Carl Huffmann anhand eines Fotos von Hans Krause. Von Dora Liersch Im Sommer, wenn die inzwischen zum Teil 100-jĂ€hrigen BĂ€ume mit ihrem Laub die Diesterwegstraße zu einem angenehmen kĂŒhlen und schattigen Weg werden lassen, ist von der interessanten Bebauung nur wenig zu sehen. Als der Fotograf fĂŒr die alte Ansichtskarte das Foto machte, hatte er damals mit den neu gepflanzten BĂ€umen noch keine Sichtprobleme. Dennoch dĂŒrften viele Cottbuser sogar dieses besondere Haus schon einmal von innen gesehen haben. Ich erinnere an den Tag des offenen Denkmals vor 15 Jahren, im September 2003. Dieser bundesweite Denkmaltag stand unter dem Motto „Geschichte hautnah: Wohnen im Baudenkmal.“ Etwa 400 Interessierte waren gekommen, um an der ersten FĂŒhrung durch das Haus teilzunehmen. Rund 1000 Cottbuser sollen an diesem Tag auf Baudenkmalspuren, es gab ja noch weitere Objekte, unterwegs gewesen sein. LĂ€ngst sind wieder Ruhe und der Alltag in das Haus Diesterwegstraße 2 eingekehrt, in dem das Paul-Gerhardt-Werk schon 1992 ein Kinderheim einrichtete und heute noch betreibt. Interessant ist das Haus schon deshalb, weil dieser große villenartige Bau mit seiner Vielseitigkeit keinem der bisherigen Baustile, weder dem Historismus, noch dem Jugendstil zuzuordnen ist. Der Bauantrag war im August 1910 gestellt worden, mit der geplanten Fertigstellung im Jahre 1911. Der Architekt fĂŒr dieses Haus war Hermann Muthesius 1861-1927. Er war der Sohn eines Maurermeisters und Bauunternehmers. Nach einer umfangreichen Ausbildung, er erlernte den Beruf als Maurer, besuchte die höhere Schule, studierte zunĂ€chst Kunstgeschichte und Philosophie und spĂ€ter Architektur, arbeitete er in namenhaften ArchitekturbĂŒros, war drei Jahre in Tokio und legte 1891 die zweite HauptprĂŒfung fĂŒr den Staatsdienst im Fach Hochbau ab. Damit wurde er Regierungsbaumeister. Von 1896 bis 1903 wirkte er als technischer Kultur-AttachĂ© an der deutschen Botschaft in London. Er interessierte sich fĂŒr die englische Architektur und fĂŒr die Kunsterziehung. Der großzĂŒgige, sachliche, englische Landhausstil hatte es ihm besonders angetan. Nach Deutschland Berlin zurĂŒckgekehrt, entwarf Muthesius als Architekt innerhalb der nĂ€chsten zehn Jahre bis 1914 rund 100 GebĂ€ude. Viele von ihnen sind sogenannte LandhĂ€user, auch sein eigenes Haus, das er 190607 in Berlin-Nikolassee errichten ließ. Durch die umfangreiche schriftstellerische TĂ€tigkeit und der VortragstĂ€tigkeit von Muthesius, vor allem zum strittigen Thema Baukunst, war der Architekt bekannt geworden. So sieht das ehemalige Landhaus von Carl Huffmann heute aus. FOTO: Liersch Dora und Heinrich Dora und Heinrich Liersch Der Bauherr fĂŒr das Haus Diesterwegstraße 2 in Cottbus war der Kaufmann und Teilhaber der Tuchfabrik Grovermann & Hoppe, Carl Huffmann 1862-1936. Die Tuchfabrik Grovermann & Hoppe war 1880 in Cottbus gegrĂŒndet worden. Seit wann Carl Huffmann in ihr mitarbeitete und Teilhaber war, ist nicht genau bekannt, sicher schon 1893. Da besaß Carl Huffmann bereits das Baumann’sche Haus in der Tumstraße 11, der spĂ€teren 12, in dem er auch wohnte. In Cottbus gab es zur damaligen Zeit einige sehr gute ArchitekturbĂŒros. Wo Carl Huffmann auf den Architekten, der in Berlin lebte, gestoßen war, wissen wir nicht. Das klare Aussehen der Bauwerke, der LandhĂ€user von Muthesius sowie die praktische und gleichzeitig großzĂŒgige Anlage der RĂ€umlichkeiten gefielen Carl Huffmann. Dazu gehörte natĂŒrlich auch die Gestaltung von Gartenanlage mit Pavillon und Pergola. Viele Originale sind in dem fĂŒr Cottbus einzigen Muthesiusbau auch heute noch erhalten. Davon konnten sich die Cottbuser an jenem Tag des offenen Denkmals ĂŒberzeugen. Nach dem Tode von Carl Huffmann im Jahre 1936, dessen Grabstein an der inneren westlichen Friedhofsmauer des Nordfriedhofs noch vorhanden ist, haben die beiden ĂŒberlebenden Söhne, die sich andernorts ihre Lebensexistenz aufgebaut hatten, das GrundstĂŒck verkauft. Neuer EigentĂŒmer und Bewohner der Diesterwegstraße 2 wurde Wilhelm Handreke, Mitinhaber der Tuchfabrik W. Handreke, Parzellenstraße 5. Der Name fĂŒr das Landhaus in der Diesterwegstraße 2 hat sich als Huffmann-, oder Muthesiusvilla bis heute erhalten.

Geschichte des GUM: Warum Stalin das ikonische Kaufhaus am Roten Platz zerstören wollte (BILDER) 

Sputnik, Konstantin KokoshkinGlobal Look Press Obwohl es mehrmals fĂŒr den Abriss vorgesehen war, steht das riesige GebĂ€ude immer noch am Roten Platz und ist ein berĂŒhmtes Shopping-Mekka in Moskau. Vor 125 Jahren, am 2. Dezember 1893, wurden die Oberen Handelsreihen im Herzen Moskaus mit einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. Als sie eröffnet wurden, reckten die ersten Kunden die Köpfe in die Höhe: So großartig war das wie aus Luft gewebte Glasdach der drei Passagen des Kaufhauses. Zu Sowjetzeiten wurde das Kaufhaus in GUM umbenannt, was zu Deutsch das Staatliche Hauptwarenhaus heißt. Es wurde zum wichtigsten Konsumtempel in der Sowjetunion.    Das neue GeschĂ€ft revolutionierte den russischen Innenhandel. Die ersten Preisschilder im Land wurden hier eingefĂŒhrt, was bedeutete, dass der Tauschhandel nicht infrage kam. Das GUM war der erste Laden in Russland, der den Kunden BeschwerdebĂŒcher zur VerfĂŒgung stellte. Zu Stalinzeit wurde das GUM vom Abriss bedroht, weil Stalin den Roten Platz fĂŒr MilitĂ€rparaden und feierliche Demonstrationen erweitern wollte. Aus diesem Grund wurde das Minin-und-Poscharski-Denkmal, das sich seit 1818 vor dem zentralen GUM-Eingang am Roten Platz befand, an seinen jetzigen Platz in der NĂ€he der Basilius-Kathedrale verlegt. Die Zukunft des Kaufhauses wurde auch wĂ€hrend der Regierungszeit von Leonid Breschnew infrage gestellt. Viele konservative Kommunisten fanden die GeschĂ€fte in der NĂ€he historischer Wahrzeichen wie dem Kreml und dem Leninmausoleum inakzeptabel und forderten, das Kaufhaus dem Erdboden gleichzumachen. Der Laden wurde angeblich von der Frau eines hochrangigen Beamten gerettet, die dort ein Kleid bestellte, bevor sie ihren Mann aufforderte, das GUM vor Abriss zu retten. Laut anderer Legende wurden die AbrissplĂ€ne fĂŒr das Warenhaus nie verwirklicht nur dank persönlicher Einmischung von Viktoria Breschnewa, Ehefrau des Staatschefs, die Stammkundin der GUM-GeschĂ€fte war. GUM ist auch fĂŒr seinen Brunnen bekannt, der sich im Zentrum des GebĂ€udes befindet. Er dient auch noch heute als Treffpunkt und wird nie ausgeschaltet. Im Kaufhaus befindet sich ein ungewöhnliches Museum, das als „historische Toilette“ bezeichnet wird. Das ist eine exakte Nachbildung eines Klos aus der Zeit des Russischen Reiches. Das GUM ist nicht nur ein GeschĂ€ft, sondern auch ein Modehaus. Seit den 1960er Jahren wird die aktuelle Mode auf seinen Laufstegen gezeigt. Obwohl das GUM 1992 privatisiert wurde, behĂ€lt es immer noch den Namen „Staatlich“. Das GUM hĂ€lt bis heute zwei große Traditionen: Es verkauft Eis in WaffeltĂŒten, das sich seit der Sowjetzeit großer Beliebtheit erfreut, und eröffnet jeden Winter eine Eislaufbahn direkt am Roten Platz. >>> Geheimnisse des GUM: Stalins TrĂ€nen und Gagarins Chanel-AnzĂŒge Alle Rechte vorbehalten. VervielfĂ€ltigung ausschließlich unter Angabe der Quelle und aktiven Hyperlinks auf das Ausgangsmaterial gestattet.

MAZ-Adventskalender: Das TĂŒrchen fĂŒr den 3. Dezember - Die Geschichte der Siechenhauskapelle in Neuruppin 

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